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Erzeugt Unbehagen

Was erzeugt Unbehagen?

Schauen Sie hin, auf die dunklen Seiten der Macht!

Sie befinden sich jetzt auf der düsteren Seite von Unbehagen.at. Hier geht es um Aktuelles und Trends, die die Entwicklung unserer Gesellschaft langfristig negativ beeinflussen können. Auch dann noch, wenn wir die Folgen der Corona-Krise längst überwunden haben. Konkret sehe ich in Zukunft Werte wie Frieden, Zusammenhalt, Rechtsstaatlichkeit oder soziale Ausgeglichenheit massiv in Gefahr.

Die Seite „Was erzeugt Unbehagen?“ bietet eine Sammlung von Eindrücken, die im Zusammenhang mit globalen Themen wie Digitalisierung, Umwelt, Gesellschaft, Politik & Co sehr real wirken. Wie und in welchem Maß, dem widme ich mich in meinen Blog-Beiträgen zu o.a. Themen. Wenn Sie meine Vorschläge interessieren, wie Sie gegen das unweigerlich aufkeimende Unbehagen ankommen, empfehle ich die Seite „Was hilft gegen Unbehagen?“

[Persönliche Meinung] Nachfolgende Einschätzungen entstammen meinem persönlichen Blickwinkel auf die ganze Welt. Egal ob in den USA, in China, Europa, Russland, Ungarn, Türkei oder auch in Österreich und anderen Ländern – es gibt überall Sachverhalte und Trends, die mir nicht behagen. Meine Einschätzung muss nicht mit Ihrer Sicht auf diese Dinge übereinstimmen. Es kann jedoch sein, dass sich auch Ihnen beim einen oder anderen Thema aktuelle Beispiele aufdrängen. Daher meine Warnung: Das kann Unbehagen auslösen!

Berechnend statt berechenbar

Kennen Sie das wirtschaftliche Prinzip? Maximaler Erlös bei definiertem Aufwand oder definierter Erlös bei minimalem Aufwand. In der Politik braucht es exakt 50% der Wählerstimmen plus eine, um an die Macht zu kommen (= definierter Erlös). Als minimaler Aufwand gilt dabei das Aktivieren der Stammwähler*innen plus jener Menschen, die man leicht locken kann. Wenig zu erben gibt es nach der Wahl für die verbliebenen 50% minus eins. Pech gehabt: Aber wer macht heute noch Politik für alle Bürger*innen?

Die Kunst der Manipulation: Richard Thaler ist Marketingfachmann und Nobelpreisträger. Er hat eine Formel gefunden, mit der man Menschen dazu bewegt, die „richtigen Entscheidungen“ zu treffen. Thaler nennt das „nudge“, ich nenne es Manipulation. Es ist eine Methode, die wie viele andere in der Werbung auch missbräuchlich verwendet wird. Es geht immer darum, uns zu etwas zu bewegen, das wir ursprünglich nicht getan hätten. Deshalb hat „nudge“, ebenso wie „Social-Media-Marketing“, virales Marketing, aggressive Werbung, manipulative PR, „influencing“ etc., längst Eingang in die Politik und unseren Alltag gefunden.

Wachsen bis zum Kollaps: Die Summe unserer Wünsche ist immer höher als die Möglichkeiten, diese zu erfüllen. Das klingt gierig, ist aber so! Zwar gelingt es immer wieder Menschen zufrieden zu sein, uns aber bleibt dieses Gefühl oft fremd. Wir leben am Puls der Zeit! Deshalb fordern wir mehr Power für mehr Wohlstand. Wir brauchen Wachstum an allen Ecken und Enden. Wir fordern mehr Geld, mehr Ressourcen und vor allem mehr Konsum. Eine Alternative dazu wäre Verzicht und Bescheidenheit …

Deals unter Abhängigen: Jedes Unternehmen, jeder Staat ist heute eng vernetzt und von anderen abhängig. Einerseits ist die Verflechtung so stark, dass, wenn der Westen mit dem Osten streitet, auch Existenzen in der Mitte in Gefahr sind. Andererseits garantieren uns diese Netzwerke Frieden und Wohlstand. Da diese Konstellation keine Alleingänge mehr erlaubt, sollte in die Stärkung der internationalen Partnerschaften investiert werden. Warum zögern wir?

Grenzen ausdehnen: Das heißt nicht „beim Nachbarn einmarschieren“. Damit ist der stete Versuch von Politiker*innen gemeint, Unsagbares salonfähig zu reden. Auch heute noch werden schamlos Diskriminierungen und menschenverachtende Parolen verbreitet. An höchster Stelle – öffentlich – wieder und wieder – solange, bis sie in der Öffentlichkeit Anklang finden.

Gespaltene Gesellschaft

Es ist kein Klassenkampf, den wir führen müssen, es ist schlimmer. Aktuell heißt es jede*r gegen jede*n um die zweitbesten Plätze in einer Gesellschaft, die sich radikal verändert. Was die Welt zu bieten hat, reicht plötzlich nicht mehr für alle. Wer also etwas vom Kuchen möchte, muss in den Ring. Dass eigentlich teilen und kooperieren die erfolgreichere Strategie für ein Überleben der Menschheit wäre, wird gerne ausgeblendet.

Sieger vs. Verlierer: Wir befinden uns in einem knallharten Wettbewerb. Nur wer besser ist als andere, hat Zugang zu Kapital, Leistungen oder Netzwerken. Wer es versemmelt, bekommt nichts. Doch im Grunde braucht das System weniger die Gewinner als ausreichend Verlierer. Denn nur die Angst vor dem möglichen Abstieg hält die Menschen gefügig und bei der Stange.

Wir vs. Sie: Der Spalt zieht sich quer durch alle sozialen Gruppen. Egal ob zwischen Nachbarn, Religionen, Nationen, politischen Parteien, Interessensgemeinschaften etc., es gibt immer uns und die anderen. Dabei geht es nicht nur darum, die eigene Gruppe besser zu stellen. Auch den anderen was wegzunehmen steht mit ganz oben auf dem Plan. Denn wir sind gut und alle anderen haben, was auch immer, nicht verdient!

Feinde, Feinde überall: Das grundlegende Vertrauen in das Gute des Menschen hat ausgedient. Heute schätzen wir andere Personen und soziale Gruppen grundsätzlich als unberechenbar und potenziell böse ein. Einerseits erhalten kollektive Vorurteile gegen Andersdenkende, Politiker*innen, Migrant*innen etc. dadurch ihre Nahrung. Andererseits reduziert sich der Bekanntenkreis, dem man vertraut, auf eine handvoll Personen. Das ist doch schade, oder?

Erst schießen, dann fragen!

Respektvolle Gespräche zwischen Menschen unterschiedlicher Meinung sind selten geworden. Vielmehr gleichen inhaltliche Diskussionen heftigen Schlagabtauschen. Nicht nur zwischen Politiker*innen, auch in der Bevölkerung wird ohne Vorwarnung verbal scharf geschossen – ab dem ersten Wort und ohne Rücksicht auf Verluste.

Aggressiv im Grundton: Hass ist nicht nur eines der emotionalsten menschlichen Gefühle, er lässt sich auch sehr effektiv einsetzen. Wer sich in der Auseinandersetzung nicht mit gegnerischen Argumenten und Respekt aufhalten möchte setzt auf offene Aggression. Knallhart, verletzend und verachtend – das ist heute üblich!

Wir sind bereit zu leiden. Recht zu haben und am Ende zu siegen scheint ein starkes Bedürfnis zu sein. Nur so lässt es sich erklären, dass wir ohne Not eigenen Schaden in Kauf nehmen. Deshalb glauben auch wir lieber Populist*innen, dass uns die Zerstörung der demokratischen Ordnung weiter bringen wird als die Gestaltungskraft der Gemeinschaft.

Werden wir weg-radikalisiert? Extremistische Strömungen sind mittlerweile auch in unserer Gesellschaft angekommen. Nicht nur durch importierten Terror. Auch in den heimatlichen Reihen bringen sich radikalisierte Menschen in Stellung. Sogar die Vision von der physischen Vernichtung Andersdenkender scheint wieder durchs Land zu geistern. Das macht Angst!

Nachfragen unerwünscht

Intransparenz ist offenbar ein Schlüssel zum Erfolg. Wer heute seine Vorstellungen umsetzen möchte, braucht keine Störungen. Sich mit den Vorbehalten und Anliegen von Betroffenen auseinanderzusetzen kostet Zeit und Geld. Daher wird die Welt hinter den Kulissen umgebaut. Wir Bürger-, Wähler- und Kund*innen haben hingegen nur wenig Mitsprache bei der Gestaltung der Zukunft und der Verteilung der Gewinne.

Verdeckte Entwicklung: Wer kennt es nicht, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden? Wir erleben das aktuell in den Zukunftsbranchen wie der IT oder Medizin. Aber auch in der Politik finden Entwicklungen oft solange im Geheimen statt, bis Änderungen unmöglich sind. Diese Vorgangsweise bringt zwar tolle Innovationen, sie ermöglicht aber auch Ergebnisse, die wir uns lieber sparen sollten.

Falsche und fehlende Informationen: Wir können’s schon nicht mehr hören und trotzdem sind sie allgegenwärtig – FAKE NEWS. Gehen Sie ruhig davon aus, dass der überwiegende Teil der Informationen, die sie zu wichtigen politischen Themen erhalten, unvollständig, nicht neutral oder falsch ist! Ich meine das ernst: Nicht ganz richtig ist auch falsch! Weltweit gehört Nicht- und Desinformation mittlerweile zur politischen und medialen Grundausstattung.

Zuschauen verboten: Kontrolle ist nur dann erwünscht, wenn man sie selbst ausübt. Sich von anderen in die Karten blicken zu lassen wird zunehmend zum „No Go“. So werden von Regierungen weltweit Kontrolleinrichtungen in staatliche Obhut genommen, oberste Gerichte an die Leine gelegt oder Medien unter Druck gesetzt. Das wird auch in Österreich immer mehr zum Thema!

Motivation unbekannt: Wer kennt eigentlich die wahren Beweggründe vieler Entscheider*innen, etwas so zu tun wie es letztendlich getan wird? Es fällt aber auf, dass oft Problem und Lösungsansatz nicht zusammenpassen. Auch wenn man es uns glauben machen möchte: Migration ist nicht an allem schuld! Ebenso wenig sind kritische Medien eine Gefahr, ist Armut immer selbst verschuldet oder die unablässige Gier nach Geld und Macht ein Segen für die Menschheit.

Die Vereinfachungsfalle

Es gibt keine einfachen Antworten auf komplexe Problemstellungen. Es ist zu den großen Fragen der Gesellschaft immer ein Netz aus Ursachen und Wirkungen zu berücksichtigen. Komplexe Themen auf populistische Schlagzeilen zu reduzieren ist eine Sache. Tatsächlich keine wirksamen Lösungen bieten zu können, ist hingegen eine ganz andere. Trotzdem schaffen es viele Entscheider*innen aus Politik und Wirtschaft, genau damit bei den Menschen zu punkten!

Aus dem Zusammenhang: Wut, Empörung, Betroffenheit – es geht oft nur um die schnelle, radikale Reaktion möglichst vieler Menschen. Dazu werden Themen losgelöst von vernetzten Ursachen und Wirkungen und stark vereinfacht inszeniert. Dabei ist zur ernst gemeinten Problemlösung ein Blick aufs Ganze weit effektiver.

Rund um den Kirchturm: Die großen Themen unserer Zeit sind Querschnittsmaterien. Sowohl Probleme als auch Lösungen wirken dabei weit über den eigenen Tellerrand hinaus. Das ist vielen Entscheider*innen zwar bewusst, aber nicht recht. Ihnen geht es vorrangig darum, den eigenen Bereich optimal zu bedienen.

Geschwindigkeit schlägt Nutzen: Das Hakerl auf der „To-Do-Liste“ ist heute wichtiger als die Qualität einer Problemlösung. Deshalb werden verfehlte Ziele oder negative Effekte von schlecht durchdachten Maßnahmen eher akzeptiert, als mehr Zeit, Nerven und Geld in gute, wirksame Lösungen zu investieren.

Der neue Stil in der Politik

Wahlkampf ist immer und überall! Aktuell werden im politischen Wettbewerb pausenlos Botschaften unter die Leute gebracht. Egal was, egal wie – Inhalte sind zweitrangig. Es zählen primär (negative) Emotionen. Das hat zu einem neuen, radikalen Stil in der politischen Kommunikation geführt. Dass der bei vielen Wähler*innen gut ankommt, erzeugt bei mir großes Unbehagen.

Die Macht der Übertreibung: Wir haben verlernt ernstzunehmende Konsequenzen von aufgeblasenen Horror-Visionen zu unterscheiden. Täglich sind Arbeitsplätze in Gefahr, werden ganze Völker ausgetauscht oder geht die Welt unter. Und immer sind andere schuld. Jammern, petzen und übertreiben, das ist der neue Draht der Mächtigen zum Volk.

Social Media statt Parlament: Heute kommunizieren Politiker*innen wieder wie vor 200 Jahren: einseitig und frei von Widerspruch. Über soziale Medien gelingt das effektiv und ohne den öffentlichen Austausch von Meinungen, Kritik und Expertisen. Twitter und Facebook sind aktuell die Bühne der Mächtigen – nicht mehr das Parlament.

Personenkult vor Sachpolitik: Weltweit ist es einfacher geworden, die Menschen für Politiker*innen zu begeistern, als für deren Arbeit. Persönliches Image ist tagesaktuell, frei formbar und vermarktbar. Dazu reicht es, intern nicht zu streiten und Themen lautstark nach außen zu trommeln. Sachpolitik im Sinne aller hingegen kostet Zeit und Kraft und ist damit „out“.

Demokratie light: Wahlen sind nur der erste Schritt zu einer funktionierenden Demokratie. Ebenso bedeutend sind der freie Journalismus, gelebter Parlamentarismus, die Kontrolle der Regierenden oder die Beteiligung von Bürger*innen. In vielen westlichen Ländern geraten jedoch diese Errungenschaften zunehmend unter Druck – auch in Österreich.

 

Salzburg, 2020|05 – Gerd

BLOG-Beiträge zum Thema

014 Information to go

Die freie Presse gerät unter Druck! Nicht nur Message Control und Fake News untergraben seriösen Journalismus. Auch die finanzielle Besserstellung der Boulevard-Presse gegenüber Qualitätsmedien, fördert eine unkritische Schlagzeilen-Kultur. Dagegen braucht es Initiativen wie UNBEHAGEN.AT!

012 Der EU-Budget-Murks

Das Feilschen der Regierungschef*innen um das EU-Budget plus Coronahilfe hat drei Erkenntnisse gebracht: Wir sind selbst jene kleingeistige EU, über die wir schimpfen. Staaten kooperieren nicht mehr und einige Politiker*innen sind mit dem Potenzial des Binnenmarktes heillos überfordert.

010 Das Antibiotika-Dilemma

Corona hat uns gezeigt, wie abhängig wir von Medikamenten sind. Fehlen Präparate, haben wir ein Problem. Aber es müssen nicht nur Wirkstoffe gegen neue Erreger gefunden werden. Auch Mittel gegen bekannte Leiden verlieren zunehmend an Wirkung. Doch dagegen ließe sich etwas tun!

007 Faszination Zukunft

Seien wir ehrlich: Wir planen so ziemlich alles in unserem Leben. Dabei ist es egal, ob die Karriere, die Familien, den Urlaub, das Budget, Events oder die persönliche Nach-Corona-Phase. Alles von Belang muss frühestmöglich in unser Leben eingetaktet sein, um irgendwann wahr zu werden.

006 unbehagen.at geht „live“

Heute ist der beste Zeitpunkt, mit meiner Initiative gegen das wachsende Unbehagen in der Gesellschaft, “live“ zu gehen. Corona gönnt sich eine Atempause. Die Bürger*innen gehen weltweit wieder für ihre Rechte auf die Straße und ich erwarte mein erstes Enkerl. Wann also, wenn nicht jetzt?

005 Die Corona Prophezeiungen

Es ist tatsächlich rasch gegangen. Kaum hat das Corona-Virus unser aller Leben in den Griff bekommen, waren sie da, die ersten Prophezeiungen. Seitdem können wir uns vor Zukunftsvisionen aus allen Ecken der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr retten.

003 Klimawandel kompakt

Mit nur kurzer Unterbrechung durch Corona wird die Klimakrise bald wieder die Diskussion um die Zukunft der Welt dominieren. Aber worüber wird tatsächlich geredet? Was hinter den heftig debattierten Argumenten, Fachbegriffen und Szenarien steckt finden Sie hier.

001 Gebrauchsanleitung

Unbehagen.at soll helfen, die großen Themen unserer Zeit besser zu verstehen. Dass heute zwar oft diskutiert, jedoch selten erklärt wird, macht die Welt unübersichtlich. Ich versuche die Komplexität vieler Themen etwas aufzubrechen und die Zusammenhänge verständlich darzustellen.

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