An die Arbeit

Content-ID: 034|01 | Autor: Gerd | Stand: 10.4.2021 (Updates)

Zurück an die Arbeit

Updates zur Arbeitsmarktsituation

10.4.: Arbeitsminister Kocher rechnet mit einem weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit bis Sommer und hofft auf mögliche Öffnungsschritte für Die Gastronomie und Kultur – zum Standard-Beitrag »

2.4.: Per 1.4. sind die neuen Bestimmungen für Home-Office in Kraft | Im März sind die Arbeitslosenzahlen in Österreich weiter gesunken und liegen damit unter dem Rekord-Vergleichsmonat des Vorjahres. Der Vergleich mit dem „Normaljahr“ 2019 fällt jedoch weiter dramatisch aus. Gut aus dem Winter ist dabei die Bauwirtschaft gekommen. Für jene Branchen, die aktuell noch im Lockdown stecken ist die Lage weiter prekär – zum ORF-Beitrag »

25.3.: Arbeitsminister Martin Kocher überlegt, die Kurzarbeitsregelungen für einzelne Bereiche bis März 2022 zu verlängern – zum ORF-Beitrag » | Die Zahl der Arbeitslosen sinkt weiter, hingegen steigt jene der offenen Stellen – zum SN-Beitrag (nur mit Abo) » | In der (kärntner) Gastronomie fehlen zunehmend Mitarbeiter*innen: Grund dafür sind krisenbedingte Umschulungen durch das AMS – zum ORF-Beitrag »

17.3.: Die Entspannung am Arbeitsmarkt geht weiter. Sowohl die Zahl der arbeitslos gemeldeten bzw. in Schulung befindlichen Personen als auch die Zahl der in Kurzarbeit befindlichen Arbeitnehmer*innen geht zurück. Zudem werden ab sofort Digital-Schulungen für Mitarbeiter*innen mit je € 1.000,- gefördert – zum ORF-Beitrag ». | Wenn alles gut geht, könnte die Arbeitslosigkeit im Lande bis zum Sommer entscheidend abgebaut werden – zum SN-Beitrag (nur mit Abo) »

10.3.: Der Arbeitsmarkt entspannt sich weiter – aktuell sind rund 480.000 Personen arbeitslos gemeldet | Trotz Rekordarbeitslosigkeit beginnt in der Wirtschaft wieder das Gejammer um fehlende Fachkräfte, auch abseits von Gastronomie und Tourismus. Kann es sein, dass während des Corona-Jahres auch dieses Thema verschlafen wurde? – zum ORF-Beitrag »

2.3.: Das Arbeitsministerium sieht eine leichte Entspannung am Arbeitsmarkt (-20.000 Arbeitslose binnen eines Monats), jedoch weiter schlechte Aussichten für Langzeitarbeitslose und Frauen – zum Standard-Beitrag »

ältere Updates

26.2.: Das neue, weiter als lückenhaft kritisierte, Homeoffice-Gesetz wurde endlich im Nationalrat beschlossen und soll im April inkraft treten.

5.2.: Aktuell sind in Österreich mit gut 72.000 Personen unter 25 Jahren rund 10.000 mehr junge Menschen arbeitslos als im Vorjahresvergleich – zum ORF-Beitrag »

2.2. – Peak bei Arbeitslosen erreicht: Laut AMS Chef Johannes Kopf besteht trotz neuer Arbeitslosen-Rekordzahlen die berechtigte Hoffnung, dass damit endlich die Spitze überschritten ist – zum ORF-Beitrag ».

31.1. – Das neue Homeoffice-Gesetz ist fertig: Weiter freiwillig, steuerlich und arbeitsrechtlich geregelt, ansonsten aber alles beim Alten. Bis Sommer soll zudem ein neues Kurzarbeitsmodell erarbeitet werden. Grund-Tenor: Mehr Arbeitsleistung, weniger staatliche Zuschüsse. Zum Standard-Beitrag »

27.1.: Zur Sicherung von Arbeitsplätzen wurden von der Regierung die Mittel für Kurzarbeit (bis Ende Juni) von bisher 5 auf 7 Mrd. Euro aufgestockt. Zum Presse-Beitrag (nur mit Abo) »

22.1.: Für eine Verlängerung der Corona-Kurzarbeitsregelung über den 31.3. hinaus werden voraussichtlich die Teilnahme-Bestimmungen verschärft.

21.1.: Laut AMS Salzburg Chefin Jacqueline Bayer (zur Aussendung) wird es mehrere Jahre (2024) dauern, um mit den Arbeitslosenzahlen wieder auf das Vor-Krisenniveau (2019) zurückzukehren. Eines der wichtigsten Instrumente zur Entschärfung der Situation am Arbeitsmarkt wird dabei eine „Corona-Joboffensive“ sein. Für diese wurden laut Arbeitsminister Kocher (zum Standard-Interview) bereits 700 Mio. Euro bereitgestellt. Damit sollen vorrangig Qualifizierungsmaßnahmen für die Bereiche Digitalisierung, Umwelt, Pflege und Natur finanziert werden. Zusätzlich soll auch eine Job-Offensive für Tourismus-Fachkräfte (nach der Krise) in Vorbereitung sein.

18.1.: Die massive Verschärfung der Corona-Maßnahmen (Lockdown bis 8.2.2021, in einzelnen Branchen länger) trübt auch die Aussicht auf eine zügige Erholung des Arbeitsmarktes. Zwar wird es bereits per Ende Jänner die neue gesetzliche Grundlage für Homeoffice geben. Das verhindert jedoch nicht die weiteren massiven Einbußen einiger Branchen und vieler Betriebe bis weit ins Jahr 2021 hinein. Dadurch ist mit einem weiteren Ansteigen der Arbeitslosigkeit bzw. Verzögerungen bei der Rückkehr in eine wirtschaftliche Normalität zu rechnen. Wichtig für viele Arbeitnehmer*innen ist, dass die „Rettung von Betrieben an der Kippe zur Insolvenz“ durch neue bzw. verlängerte Finanzierungshilfen aufrecht bleibt. Der Erholung der globalen Wirtschaft mit durchaus starken Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt steht der verlängerte Lockdown in Österreich jedoch nicht entgegen. Davon sollten Beschäftigte in Versorgungs- und Export-Branchen frühzeitig profitieren können.

13.1.: Die Arbeitslosigkeit steigt weiter. Mittlerweile sind 533.000 Menschen in Österreich auf der Suche nach einer Arbeit bzw. in Schulung. Laut Arbeitsminister Kocher sollen die Regelungen für Home-Office schon im Februar (und nicht erst im März) verabschiedet werden.

11.1.: Der (jetzt ehemalige) IHS Chef Martin Kocher übernimmt ab sofort die Agenden des Arbeitsministers.

3 Faustregeln für Ihre Job-Strategie 2021

box = nähere Details finden Sie in der Fakten-Kiste am Ende dieses Beitrags.

Was tun? Alles wartet gebannt darauf, dass die Wirtschaft nach Corona wieder anzieht. Davon abhängig, in gleichem Maße aber auch dafür zuständig, sind die Beschäftigten in den Unternehmen und Institutionen. Sie sorgen auf der einen Seite für Produktivität, Innovation und Marktanteile. Auf der anderen Seite befeuern sie den Konsum, der als Umsatz in die Betriebe und als Abgaben in den öffentlichen Haushalt fließt. Neben der allgemeinen negativen Situation am Arbeitsmarkt ist aber auch der Job-Markt tief in die Krise geschlittert. Damit gemeint sind die fehlenden Angebote für Menschen, sich beruflich zu entwickeln und Visionen auszuleben.

Für viele der aktuell rund 3,7 Millionen unselbstständig Beschäftigten in Österreich ist 2021 neben der Sicherheit des Arbeitsplatzes natürlich auch die Arbeitssituation von Interesse. Konkret geht es darum, wann eine Rückkehr Betroffener aus der Kurzarbeit von den Betrieben wirtschaftlich gestemmt werden kann. Und darum, wie viel vom Homeoffice-Boom tatsächlich in den Arbeitsalltag einfließen wird. Ein gesetzlicher Rahmen für faire Heimarbeit ist aktuell in Arbeit und sollte rasch in Kraft treten. Demgegenüber wird 2021 für viele Arbeitslose zur Härteprüfung. Zwar wurden seitens der Regierung bereits Extra-Budgets für Job-Offensiven und Schulungsprogramme freigegeben. Wer jedoch davon profitieren wird und wer als „unvermittelbar” gilt, entscheidet demnächst ein Algorithmusbox). Für dieses eher schlicht gehaltene Computer-Rating des AMS hat das BVwG jetzt grünes Licht gegeben. Damit stehen künftig die Chancen, angemessen gefördert zu werden, für Frauen, Migrant*innen, ältere Menschen oder Personen mit niedriger Bildung etc. eher schlechter als bisher.

1] Es ist eine schlechte Zeit fürs Zocken

Auch 2021 wird die Situation am Arbeitsmarkt eine prekäre bleiben. Per Ende 12/2020 sind rund 520.000 Personen ohne Job bzw. in Schulung. Darin sind grob geschätzt 120.000 Personen eingerechnet, die durch die aktuelle Krise ihren Job verloren haben. Zusätzlich befinden sich etwa 420.000 Personen in Kurzarbeit. Demgegenüber ist die Zahl der offenen Stellen auf ca. 50.000 geschrumpft. Damit kommt im Österreich-Schnitt auf 10 Arbeitssuchende nur eine offene Stelle. Diese beunruhigenden Werte dürften sich aus heutiger Sicht nur langsam ins Positive kehren. Auch deshalb, weil sich durch den aktuellen und mögliche weitere Lockdowns die nationale und weltweite Wirtschaft nur zögernd erholt.

Aber auch mit Job-kritischen Spätfolgen der Pandemie ist zu rechnen. So wurden zwar viele Betriebe durch Zuschüsse, Hilfszahlungen und Stundungen vor dem unmittelbaren Ruin gerettet. Trotzdem sind, vorwiegend bei KMU, mittlerweile Rücklagen und Eigenkapital aufgebraucht. Damit fehlt vielen Arbeitgeber*innen schlichtweg die Substanz für einen Neustart nach Corona, womit die Insolvenzgefahr steigt. Zudem bewertet die Arbeitgeber*innen-Seite die Wirtschaftsaussichten für 2021 als eher maubox). Das sind keine guten Vorzeichen für mehr und bessere Jobs. Es ist, von Ausnahmen abgesehen, daher eher ratsam, die nächsten Monate in jenen Jobs zu auszuharren, die man gerade innehat. Nicht nur wegen dem höheren Einkommen im Vergleich zum Arbeitslosengeld. Sondern deshalb, weil allein die Tatsache, dass man noch Arbeit hat, ein Pluspunkt für die bisherigen Arbeitgeber*innen ist.

2] Das Homeoffice doppelt nutzen

Für viele Arbeitnehmer*innen hat Corona eine Entwicklung vorweggenommen, die in einigen Jahren ohnehin ins Haus gestanden wäre. Es geht um die Verwirklichung unternehmerischer Träume bei aufrechter finanzieller Rückendeckung. Im Klartext: Es boomt der Nebenerwerb (Anm.: Nicht die Schwarzarbeit)! Damit werden, zusätzlich zum Brotberuf, Hobbys und Spezialwissen zur parallelen Einnahmequelle. Während der Pandemie haben diesbezüglich schon viele Menschen Erfahrung gesammelt und auch die nötige Infrastruktur geschaffen. Nach mehreren Monaten Heimarbeit und/oder Kurzarbeit gibt es vielerorts schon den passenden Arbeitsplatz und einen unerfüllten Traum. Jetzt, zusätzlich zum fixen Job, mit einer neuen Geschäftsidee auf die Jagd nach Aufträgen zu gehen, ist daher der logische nächste Schritt für viele.

Aber Achtung: Bei derartigen Plänen stecken jede Menge Teufel im Detail. So sollte die mehrfache Nutzung eines Heimarbeitsplatzes nicht in Konkurrenz zu den Interessen der Arbeitgeber*innen stehen. Die Palette an Stolpersteinen beginnt schon beim Datenschutz und der Verwendung fremder Infrastruktur. Und sie endet bei Konkurrenzklauseln und Vereinbarungen zu Arbeitszeiten und Leistungen. Zudem bringt eine Selbstständigkeit zusätzlich zur festen Anstellung bürokratische Hürden und Fixkosten. Vor allem ist die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit oft nur mit Gewerbeanmeldung und -berechtigung möglich. Das führt zur zwingenden Erfüllung unternehmerischer Standards und weiteren Pflichtenbox). Es ist daher höchst an der Zeit, dass praxisgerechte Regeln einer Selbstständigkeit als Nebenerwerb geschaffen werden. Dann spricht nichts mehr dagegen, neben einem Angestellten-Job auch auf eigene Rechnung zu beraten, verkaufen, produzieren, programmieren, designen, coachen u.v.m.

3] Die Boom-Branchen finden

Es gibt Geschäftsfelder, die sich an neue Marktbedingungen nur über längeren Zeitraum anpassen können. Dort führte Corona 2020 mehr zu schmerzlichen Einschnitten, nicht jedoch zu einer Welle an Modernisierungen. Trotzdem besteht in diesen Branchen ein akuter Investitionsbedarf, der rasch gedeckt werden muss. Und das, obwohl der dadurch erwartete Beschäftigungsboom altbekannte Strukturen wiederbeleben, jedoch nur wenig verändern wird. Konkret reden wir über Pflegeberufe, über die Verwaltung bzw. Systemerhaltung und ab Sommer auch über Fachkräfte in der traditionellen Gastronomie oder Hotellerie u.v.m. Im Kern geht es um Dienstleistungen, die kurzfristig nicht kooperativ oder digital erbracht werden können und daher noch länger nach gewohntem Muster laufen müssen. In diesen klassischen „weiter-wie-bisher”-Jobs können Arbeitnehmer*innen, zumindest für einige Übergangsjahre, ihr Einkommen sichern. Auch wenn dort oft prekäre Arbeitsbedingungen herrschen und die Burnout-Gefahr besonders hoch ist.

Demgegenüber stehen jene Branchen, in denen der Innovationsturbo aus der Krise zündet. Aber, auch wenn viele Betriebe sich den zunutze machen werden, es werden nicht alle Prophezeiungen eintreffen, in denen nach Corona „alles anders sein wird”. Deshalb gilt es, jene Bereiche zu identifizieren, in denen tatsächlich die Post abgehen kann. Dabei stehen Nachhaltigkeit und der Green Deal zwar ganz oben auf der Wunschliste. Die ersten werden jedoch kapitalstarke Konzerne mit traditionellen Geschäftsmodellen sein, die vor der Konkurrenz aus einem Investitionsstau herausfinden. Job-Optimist*innen sollten sich daher an Unternehmen orientieren, die jetzt investieren können bzw. an den Börsen und aus Fördertöpfen Kapital einsammeln. Diese Betriebe, inklusive Zulieferfirmen und innovativen KMUs in den gleichen Branchen, sind aktuell die begehrtesten Adressen für Arbeitssuchende. Aber auch Initiativen mit dem Ziel der Re-Globalisierung der Lieferketten, z.B. im Bereich der regionalen, nachhaltigen Wertschöpfung, werden mittelfristig jede Menge Arbeitsplätze schaffen.

Letztendlich aber obliegt es jeder Person selbst, die Weichen für die eigene berufliche Zukunft zu stellen. Das gilt trotz Krise auch für das Jahr 2021. Der Staat und die Unternehmen werden Ihnen dabei nur bedingt helfen. Viele Menschen werden es sich nicht aussuchen können, welchen Job sie ausüben dürfen. Andere werden eine gewisse Zeit lang keine Arbeit finden. Es spricht jedoch nichts dagegen, sich rechtzeitig zu orientieren und am Ball zu bleiben. Viel Glück dabei!

PS: Wenn Sie keinen unschlagbaren Businessplan oder andere gute Gründe haben, werden Sie bitte jetzt nicht solo-selbstständig im Haupterwerb!

Salzburg, 2021/01 – Gerd

box) = Fakten-Kiste
AMS Algorithmus

Seitdem angekündigt wurde, dass sich das Arbeitsmarktservice (AMS) künftig eines Computerratings bedienen möchte, um die Förder-Würdigkeit von Arbeitssuchenden zu beurteilen, gehen die Wogen hoch. Einerseits kann ein derartiges System durchaus helfen, den Mitteleinsatz für die Wiedereingliederung von Arbeitskräften zu optimieren. Zudem kann auch die Arbeit der AMS-Berater*innen entscheidend unterstützen werden. Ob diese Effekte tatsächlich eintreten, wird erst ein Echt-Einsatz des Systems zeigen. Andererseits besteht die berechtigte Befürchtung, dass computergestützte Ratingverfahren nicht ausreichend objektiv sind. Das klingt zwar ungewöhnlich, ist aber so. Oft verstärken Algorithmen, die auf reale statistische Referenzwerte bei der Bewertung von Einflussfaktoren zurückgreifen, bestehende Ungleichheiten, obwohl sie das nicht sollten. Dadurch können sich Profil-Daten, denen im System ein negativer Einfluss auf die Vermittlungschancen von Personen am Job-Markt unterstellt wird, zum Rating-Killer entwickeln. Da Computer überwiegend aus der Vergangenheit lernen, führen damit auch Faktoren wie z.B. eine Frau oder beeinträchtigt zu sein, zu Minuspunkten. Das klingt wieder ungewöhnlich, ist in Österreich jedoch gelebte Praxis.

Info zum AMS Algorithmus: https://www.youtube.com/watch?v=uzKnIDvRnMM »

Akademie der Wissenschaften – Beurteilung des AMAS: http://epub.oeaw.ac.at/ita/ita-projektberichte/2020-02.pdf »

Der Standard: https://www.derstandard.at/story/2000122684131/gericht-macht-weg-fuer-umstrittenen-ams-algorithmus-frei »

 

Wirtschaftsaussichten

Ganz ehrlich: Es wird viel geraten, aber wissen tut es niemand, wie es wirklich weitergeht. Deshalb liegen weltweit die Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2021 zwischen Hoffen und Bangen, zwischen zartem Optimismus und blankem Horror. Zwar hat das Corona-Jahr 2020 global eine massive Konjunkturdelle hinterlassen, auf die erfahrungsgemäß jetzt ein Wachstumsschub folgen sollte. Doch Corona ist noch nicht besiegt. Das heißt, dass auch 2021 der ersehnte Aufschwung auf sich warten lassen wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass einerseits nicht alle Branchen tatsächlich an den Rand ihrer Existenz gedrängt wurden. Zwar leiden der Tourismus, der Handel mit nicht lebensnotwendigen Gütern oder viele Dienstleistungen stark unter den Lockdowns bzw. einer Konsumenthaltung. Andererseits gibt es aber auch Gewinner*innen, wie die Logistik-Branche, der Versandhandel oder die großen IT-Konzerne u.v.m. Auch ziehen einzelne Wirtschaftsräume unterschiedlich Bilanz in der Krisenbewältigung. Sieht es so aus, als würde China, die Globalisierungsdrehscheibe vieler Wirtschaftszweige, die Krise bald hinter sich lassen können, stecken Europa oder Teile Amerikas noch im Lockdown. Das bedeutet, dass sich auf Branchen- und Länderebene eine Verschiebung der Gestaltungsmacht der Märkte ankündigt, die einige gewohnte Wirtschaftsprozesse wohl verändern werden. Aktuell zeigt der globalisierte Onlinehandel vor, wo künftig die Reise hingehen wird. Ob sich dabei der steigende Druck, nach der Krise nachhaltiger und „grüner“ zu wirtschaften, sofort positiv auswirkt, ist abzuwarten (siehe Green Deal). Für Europa und Österreich gilt es ohnehin erst, die Konjunkturerholung nicht zu verpassen und dann die Wirtschaft neu auszurichten. Dass es gelingen wird, steht außer Zweifel. Nur wann, in den besonders gebeutelten Branchen, eine Erholung eintritt und damit auch dort die erhofften Arbeitsmarkteffekte eintreten, steht in den Sternen. Viele Wirtschaftsweise rechnen mit dem 2. Halbjahr 2021 als jene Phase, in der wir das Virus als besiegt erklären können. Die Industrie sieht sogar schon früher Licht am Horizont. Ich persönlich schließe mich dieser Meinung an.

APA – Wifo: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20201218_OTS0090/wifo-prognose-fuer-2020-bis-2022-kompensation-hoher-wertschoepfungseinbussen »

WKO Konjunkturprognose: https://wko.at/statistik/prognose/text-PDF.pdf?_ga=2.106305795.1014996375.1609845127-1019492461.1606638069 »

 Die Presse (nur mit Abo): https://www.diepresse.com/5919355/konjunktur-bessere-laune-mitten-im-lockdown »

 

Unternehmerische Gehversuche

Es kann befreiend es wirken, sich zusätzlich zu einem fixen Job mit einer Idee oder einem Hobby selbstständig zu machen. Dass man damit rascher, als man denkt, zur Unternehmer*in wird, wird jedoch oft übersehen. Einkünfte aus selbstständiger Arbeit sind nämlich meldepflichtig. Auch wenn man eine Tätigkeit ausübt die frei, also nicht mit einer Anmeldung eines Gewerbes verbunden ist, lesen Finanzamt und Sozialversicherung (SVS) mit. Daher, unbedingt vorab bei der Wirtschaftskammer Auskunft einholen. Ein Anruf genügt üblicherweise. Für den Businessplan sollten zudem berücksichtigt werden, dass man in einer Neben-Selbstständigkeit zweifach sozialversichert ist: Im Angestelltenverhältnis (für das Gehalt) und als Unternehmer*in (für den Gewinn). Als z.B. Freiberufler*in ist muss zudem ein SVS-Mindestbetrag in der Höhe von gut € 1500,- pro Jahr entrichtet werden, egal ob rechnerisch ein niedrigerer Wert ermittelt wird, oder gar ein Verlust herauskommt. Und nicht vergessen: Im Falle einer Gewerbeanmeldung ist ein Kammerbeitrag bei der WKO zu leisten und zumindest eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung zu führen.

Im Nebenjob Unternehmer*in: https://www.wko.at/service/w/gruendung-uebergabe/Gruender-Workshops-Im-Nebenberuf-Unternehmer.html »

Gründungsberatung: https://www.gruenderservice.at/?_ga=2.149837238.1014996375.1609845127-1019492461.1606638069 »

Hinweise

Alle Informationen, Fakten und Termine zum Originalbeitrag wurden mit dem Stand 5.1.2021 erhoben. Dieser spiegelt die damalige Stimmungslage in der Politik und den Medien wider. Daran kann sich jedoch immer etwas ändern. Um Sie zu aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten, werden daher diesem Beitrag regelmäßig Updates vorangestellt. So lässt sich, wie in einem Tagebuch, die tatsächliche Performance in der Arbeitsmarkt-Politik jederzeit nachvollziehen.

Verfolgen Sie aber bitte auch weiterhin die öffentliche Berichterstattung zu diesem Thema – insbesondere in den Qualitätsmedien des Landes. Immerhin geht es um die Absicherung Ihrer Ansprüche und individuellen Planungen.

Algorithmus = computergestützter Rechenvorgang | Rating = Bewertung

BVwG = Bundesverwaltungsgericht

KMU = Klein und Mittelbetriebe (bis 500 Angestellte)

Re-Globalisierung = Nachhaltige Korrektur weltumspannender Leistungs- und Liefernetzwerke.

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