Ungehagen | Beitrag: 012 | Stand: 26.2.2026
Dienstleistungshölle
Wenn Buchdruck zur Nervenschlacht wird. Als ich die erste größere Auflage meines neuen Buches Anfang Februar in Druck gegeben hatte, ließ ich die Sektkorken knallen. Eineinhalb Jahre konzentriertes Recherchieren, Texten, Lektorieren, Setzen und Drucken in mehreren Testvarianten brauchten einfach ein Ventil. Ein Fest‘l, bei dem sich die Anspannung in Vorfreude und Folgemotivation verwandelte – für genau acht Tage!
Mit den guten Gefühlen war es wieder vorbei, als die Lieferung bei mir eintraf. Jedes einzelne Exemplar war schadhaft gedruckt. Auf über 200 der insgesamt 276 Seiten waren massenhaft blinde und schwarze Flecken verteilt. Die Bücher waren so weder für eine Promotion noch für den Verkauf geeignet. Also: Reklamation bei der Herstellerin. Diese stellte eine Nachproduktion der Charge in Aussicht, wenn die schadhaften Exemplare zurückgesandt würden. Dafür würde sie den Rückversand organisieren. So weit, so gut – hat sie aber nicht, zumindest nicht für meine Pakete.
Die Versanddienst-Labels sollen zwar verschickt worden sein – nur nicht an mich, sondern an irgendjemanden. Auf meine Rückmeldungen wurde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr reagiert. Auch nicht nach zwei Hotline-Anrufen, in denen ein klärender Rückruf avisiert worden war. Ich habe daher auf eigene Kosten den Rückversand der gesamten Tranche in die Wege geleitet. In der Hoffnung, dass dann die ordnungsgemäße Lieferung unbeschädigter Ware stattfinden könnte. In der Zwischenzeit habe ich zur Überbrückung eine kleinere Tranche bei derselben Druckerei mit denselben Druckdaten bestellt und auch fehlerfrei geliefert erhalten.
Jetzt kommt das Versandunternehmen ins Spiel. Dieses hat mittlerweile die Rücksendung von mir an die Druckerei ausgeliefert – bis auf ein Paket. Das wurde, aus welchen Gründen auch immer, vom Versandshop gar nicht auf die Reise geschickt. Damit ist meine Rücksendung nicht komplett. Und die Reklamationsspirale dreht sich eine Extrarunde weiter. So wird es wohl noch dauern, bis ich die bereits bezahlten Bücher auch in einwandfreiem Zustand geliefert erhalte – wenn überhaupt.
Wer jetzt wissen möchte, um welche Druckerei es sich in dieser wahren Geschichte handelt: Sie steht im Impressum meines Buches, bietet unschlagbare Preise und lebt eine Servicephilosophie mit echt viel Luft nach oben.
Das Leben ist zu kurz, um nicht auf den Punkt zu kommen!
Gerd Sendlhofer
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