KOMMENTAR | Content-ID: 170|01 | Autor: Gerd | Stand: 20.3.2025
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2025 ist das Jahr des Perspektivenwechsels. Es gibt zu jedem Thema mehrere Sichtweisen, die es wert sind, vor den Vorhang geholt zu werden. Dieser Blog widmet sich daher ein Jahr lang der Herausforderung, sinnvolle und faktenbasierte Alternativen zum politischen Mainstream aufzuspüren, die helfen könnten, wachsendes Unbehagen wirksam einzuhegen.
Frühlingsgefühle
Raus aus dem Fernsehzimmer
Ich gestehe, ich bin ein ganz großer Frühling-Fan. Der Jahreszeit meine ich, nicht (mehr) der ZDF-Sonntagabend-Filmserie, die zwar immer noch als ein „Herzkino“ angekündigt wird, jedoch längst dem „Tatort“ Konkurrenz macht. Zugegeben, (noch) ohne Mordopfer, jedoch mit vielen Bedrohungen, wie sie auch unser reales Leben untergraben. Wobei, vielleicht ist es heutzutage notwendig, auch in den unschuldigsten Formaten der Unterhaltung den dunklen Seiten des Lebens breiten Raum zu geben. Stalking, Gewalt in der Familie, gefährliche Drohung, schwerer Betrug, Einschüchterung, Mobbing, Entführung, sadistische Kinder, Pädophilie oder Kriminelle jeglicher Fasson sind leider auch Bestandteile des Alltags. So wie nette Erzählungen, Liebeskummer, Verlustängste, Verwirrungen, Glück, Unglück, Gerüchteküchen und medizinische Notfälle auch.
Es scheint daher angemessen, vielleicht sogar notwendig, auch das „Herzkino“ um die Abgründe sozialer Fehlentwicklungen zu bereichern. Nicht, weil eine unterhaltsame Serie wie „Frühling“ mehr Thrill benötigen würde. Immerhin schlägt eine gute Erzählung jeden Krimi um Längen. Vielmehr, weil sie nicht aus dem Leben gefallen, sondern irgendwie mittendrin wirken muss. Ganz so, wie es vom öffentlich rechtlichen Fernsehen mit Bildungsauftrag erwartet wird. Jetzt darauf zu verweisen, dass sich ohnehin dutzende Fernsehformate mit bestialischen Morden und anderen kriminellen Grausamkeiten ins Bewusstsein des Fernsehpublikums graben, greift zu kurz. Es scheint auch die Flut an blutrünstigen Nachrichten von den Kriegsschauplätzen und Tatorten dieser Welt zu brauchen, um die Menschheit daran zu gewöhnen, dass diese Welt die Hölle ist. Und eben „Frühling“ – ehemals beschaulich heile Insel der Netten, jetzt nur mehr Fassade vor den menschlichen Abgründen in Bayrischzell, dem Originalschauplatz der Filmserie.
Jetzt aber ist Schluss! Ich schaffe es nicht mehr, mich 24 Stunden an 7 Tagen die Woche dem Bad-News-Tsunami aus den Medien auszusetzen. Egal ob erfunden oder Wirklichkeit. Ich weiß, dass Krisen, Krieg, Mord und andere Auswüchse krimineller Energie fixer Teil des Lebens auf diesem Planeten sind. Ich beschäftige mich nicht umsonst als Autor auch mit dem Unbehagen auf dieser Welt. Aber genau das ist es, was mir zu schaffen macht. Deshalb brauche ich auch Auszeiten. Kurze Phasen des Abschaltens, der Ruhe, des Durchatmens. Und da kommt mir der Frühling gerade recht. Die Jahreszeit wohlgemerkt, in der es meinen Geist und meinen Körper nach draußen zieht. In eine Welt, die zu erkunden Spaß macht. Ein imaginäres Film-Set, an dem sich meine Neugierde zu bunten Geschichten verdichten darf. Zu Erzählungen von Sonne, Wärme und unbändiger Lebensfreude. Da wechselt die Perspektive wie von selbst von dunkelgrau zu farbenfroh.
Danke, „Frühling“, dass du als ehemals letzte Bastion unschuldiger TV-Unterhaltung kein Argument mehr bist, Zeit vor dem Fernseher zu verbringen. Und danke, Frühling als Jahreszeit, für deine Energie und deine pralle Vielfalt, die mich erfreut, inspiriert und ablenkt von dem Müll, den mir das Leben via Medien tagtäglich ins Bewusstsein spült.
Gerd Sendlhofer
Linktipp
ZDF Mediathek: https://www.zdf.de/serien/fruehling-144 »
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