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Umwelt und Klima | Beitrag: 011 | Stand: 16.2.2026

Klimagift

Die wohl schädlichste Substanz, die den Klimawandel befeuert, ist Testosteron. Zwar wirkt das Männlichkeitshormon nicht direkt als Schadstoff in der Atmosphäre. Dafür hindert es in großem Stil die überwiegend männliche Führungsriege der Gesellschaft daran, sich proaktiv der aufkommenden Klima-Gefahr zu stellen. Ja, tatsächlich: So hyperaktiv, polternd und respektbefreit, wie etliche Chefs (und fallweise auch Männlichkeit imitierende Chefinnen, Anm.) gegen Klimafakten vom Leder ziehen, so schmähstad und ideenlos sind sie in der Problemlösung.

Solange die Klimadiskussion vorrangig in Business-Meetings, an Stammtischen und auf Wahlveranstaltungen geführt wird, steckt sie fest. Denn dort, wo sich Macher und Karriere-Typen in den Vordergrund drängen, ist für die Sache kein Platz. Dort geht es ums Rechthaben, ums Dominieren anderer Leute und möglichst darum, die Konkurrenz von der Karriereleiter zu schubsen. Diesen Menschen ist der Klimawandel maximal zweitwichtig. Für sie zählt in erster Linie die Führungsrolle. Entweder die eigene oder die jener „Heroes“, denen Loyalität und Treue geschworen wurde. In diesen Kreisen wird die Erderwärmung zu oft noch fehl-instrumentalisiert. Und Klimaaktive werden zu willkommenen Feindbildern umgedeutet.

Es sind dabei nicht nur die höchsten Leadership-Zirkel rund um Donald Trump, Emmanuel Macron oder Friedrich Merz, die den Eindruck erwecken, in der Klimadiskussion mehr hormon- als faktengesteuert zu sein. Dieses Phänomen lässt sich bis in die Umkleidekabine jeder Herren-Sportmannschaft, in die Männerrunde auf (nahezu) jedem Grillfest oder auf die Kommentarseiten jedes Automobil- oder Technik-Forums nachverfolgen. Dort, wo mutmaßlich testosterongesteuerte Männer das Sagen haben, findet der Kampf gegen den Klimawandel schlichtweg nicht statt.

Zumindest habe ich diesen Eindruck gewonnen. Und Sie?

Das Leben ist zu kurz, um nicht auf den Punkt zu kommen!
Gerd Sendlhofer