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Gesellschaft, Politik | Beitrag: 006 | Stand: 20.1.2026

Konstruktive Besserwisserei

Braucht es uns oft altklug wirkende Besserwisser*innen wirklich? Jene Naseweisen, die den Führungszirkeln in der Politik, der Wirtschaft oder der Gesellschaft bei jeder Gelegenheit ungefragt mit Kritik in die Parade fahren. Die Oberg’scheiten, die selbst ausgewiesenen Fachleuten ausrichten, was wie noch besser ginge. Und die dem Volk mantraartig erklären, dass immer irgendetwas falsch läuft. Die Antwort darauf liegt klar auf der Hand: Verdammt nochmal JA!

Zumindest dann, wenn seitens der Politik gegenüber uns, also jenen, die sich intensiv ins Geschehen auf dieser Welt einlesen, noch Fragen offen bleiben. Wir unterstellen im Grunde den Führungskräften im Staate nämlich nicht, sie wüssten nicht, was gerade Sache wäre. Wir finden nur zu oft Lücken im öffentlichen Diskurs, die zwischen den stark verdichteten Konzepten der Verantwortlichen und der Breite an Fakten und deren Deutung aufklaffen. Und wir fordern, diesen Diskurs tatsächlich öffentlich, breit und ergebnisorientiert zu führen. Nicht, wie so oft, verdeckt und ideologiegetrieben.

Zudem ist es der primäre Job der Führungskräfte im Lande, zu liefern. Und zwar rasch, problemlösend und konsequent. Es ehrt in diesem Zusammenhang viele Politiker*innen, wenn sie öffentlich eingestehen, sie könnten ihre Aufgabe – aus welchen Gründen auch immer – nicht vollinhaltlich erfüllen. Wäre es aber dann nicht an der Zeit, den Sessel für Personal zu räumen, das dazu in der Lage ist? Zumindest Profis hinzuzuziehen, die helfen, Dinge zu Ende zu bringen. Dass nicht wir Besserwisser*innen zwingend jene Leute sind, die hier rettend ins Ruder greifen können, ist uns schon klar. Wir helfen jedoch gerne dabei, eine an der Realität der Bürger*innen ausgerichtete Stellenbeschreibung für politisches Personal zu erarbeiten.

Das sollten jedoch nicht nur wir lästigen Zwischenrufer*innen tun. Es ist die Aufgabe aller Menschen im Lande, denen ein breiter, offener und in die Zukunft gerichteter politischer Diskurs wichtig ist. Und die mitgestalten wollen. Am besten auch durch das Einbringen fachlicher Kompetenz und persönlicher Stärken. Ich tue das mit meinen Sachbüchern, mit dem Rechercheformat SOKO Zukunft und mit diesem Blog. Und ja, ich kann und darf das – ich bin dafür ausgebildet. Deshalb mische ich mich ein, rufe dazwischen, gebe Anregungen und kritisiere, was das Zeug hält. Denn …

… das Leben ist zu kurz, um nicht auf den Punkt zu kommen!
Gerd Sendlhofer