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Politik, Weltgeschehen, Gesellschaft, Wirtschaft, Umwelt | Beitrag: 010 | Stand: 13.2.2026

Post-MAGA-Ära

Gut ein Jahr nach der Machtübernahme Donald Trumps in den USA und der ihn begleitenden europäischen Autokratie-Bewegung sollte weltweit die politische Schockstarre überwunden sein. Jetzt, nachdem sich die Versuche, Trump zu „verstehen“ und zu „erklären“, als nutzlos erwiesen haben, ist die Erkenntnis, dass alles so ist, wie es ist (egal warum) das Maß der Dinge. Darauf aber ließe sich langfristig gut aufbauen – so man möchte.

Fakt ist, dass die USA unter Führung der MAGA-Bewegung eine Spur der Verwüstung weltweit hinterlassen haben. Der international akkordierte Klimaschutz ist per 13. Februar 2026 de facto ausgehebelt. Globaler Frieden ist, entgegen der beharrlich gefakten Erzählung des US-Präsidenten, in weite Ferne gerückt. Die strukturelle Neuausrichtung der Weltwirtschaft ist komplex, mühsam und teuer. Digitale Sicherheitsnetze und Menschenrechte sind im US-Umfeld „dereguliert“. Die Weltgemeinschaft (UNO) steuert beim Schutz der Menschen und deren Lebensräume auf einen Stillstand zu – und vieles mehr. Emotionsbefreit betrachtet zeichnen die USA aktuell und mutmaßlich auch noch für längere Zeit für immense Schäden und Verluste weltweit verantwortlich. Ungemach, das ein mündiges Europa nicht länger hinzunehmen bereit sein sollte.

Damit beginnt jetzt die Zeit, sich auch juristisch auf die Zeit nach MAGA vorzubereiten – ohne Emotionen, ohne politisches Spektakel und ohne auf die Erpressungsversuche der neuen, amerikanisch inszenierten globalen Autokratie-Bewegung eingehen zu müssen. Jetzt schlägt die Stunde der Rechtsstaatlichkeit und der Zivilgesellschaft, um sich als Opfer US-amerikanischer Gier und Willkür langfristig in Stellung zu bringen. Ziel muss es sein, sich am Zig-Billionen schweren Wirtschaftsraum USA für erlittene Schäden schadlos zu halten. Dazu braucht es ein entsprechendes Instrumentarium (siehe Erläuterungen). Und es braucht Geduld, um bei einer Rückkehr der USA in die Weltgemeinschaft deren jüngste Vergangenheit politisch und finanziell aufzuarbeiten. Lassen wir also die Post-MAGA-Spiele beginnen!

Das Leben ist zu kurz, um nicht auf den Punkt zu kommen!
Gerd Sendlhofer

Linktipps | Beispiele

tagesschau.de | Stand: 13.02.2026 | Trump kippt zentrale Vorgabe für Klimaschutz »

derstandard.at | Stand: 21.11.2026 | Trump will sämtliche KI-Regeln verbieten lassen »

oeaw.at | Stand: 27.01.2026 | Kampf um die Demokratie | USA: Terror der ICE verbreitet Angst und Schrecken »

spiegel.de | Stand: 24.01.2026 | Neue Rechte in den USA | Plötzlich wurde aus diesen radikalen Ideen die Realität »

Erläuterungen

Auch wenn es, wie in diesem Beitrag, noch naiv und illusorisch klingt: Es braucht langsam einen Plan dafür, wie die aktuelle amerikanische Zerstörungsinitiative langfristig aufgearbeitet werden kann. Auch deshalb, weil ohne Konzept eine Rückkehr (nach dem Scheitern von MAGA) zu einer partnerschaftlich agierenden Weltgemeinschaft nicht mehr möglich sein wird. Klar ist es ungewiss, ob eine derartige Initiative jemals zu Regressen führen wird. Sie wird jedoch dazu beitragen, endlich Tacheles zu reden.

Dafür wird Folgendes nötig:

  • Eine von Regierungen unabhängige, weltweit vernetzte Initiative
  • Unabhängige, sichere und nicht manipulierbare Dokumentationsarchive
  • Einen Rechtskatalog, Rechtsagenturen und Gerichtshöfe, bei denen (schon jetzt) Anzeigen eingebracht, (finanzielle) Forderungen angemeldet und bei Bedarf rasch in reale Klagen vor ordentlichen Gerichten umgewandelt werden können
  • Ein Register der Verantwortlichkeiten (MAGA, ICE, Politiker*innen, Berater*innen, Konzerne, Medien etc.), sowohl in den USA als auch im Rest der Welt
  • Eine gesetzliche Haftungsregelung für von US-Unternehmen verursachte Schäden und die Möglichkeit, dafür auf deren Vermögenswerte zuzugreifen, insbesondere in der Digitalbranche
  • Die Coolness, amerikanische Gegenreaktionen auszusitzen. Auch dann noch, wenn US-Zölle unmittelbar und real schmerzen werden, eine Post-MAGA-Initiative jedoch langfristig angelegt sein wird