Zu Ende denken

Ankündigung | Content-ID: 125|01 | Autor: Gerd | Stand: 29.6.2023

Zu Ende denken

Wenn das Gespür für Zukunft entsteht

Die Medien sind aktuell voll von neuen Erkenntnissen rund um die fortschreitende Digitalisierung, den Klimawandel oder jede Menge disruptive Krisen. Und es mangelt dabei nicht an unterschiedlichen Deutungen und wohlmeinenden Handlungsempfehlungen, die helfen sollen, künftige Herausforderungen zu meistern. Lediglich ist es oft schwierig, die Tipps anderer eins zu eins auf die eigenen Vorhaben anzuwenden. Ganz besonders im Wirtschaftsleben: Zu unterschiedlich sind die gesteckten Ziele, die vorhandenen Möglichkeiten und die definierten USPs der einzelnen Geschäftsmodelle, um nach „Schema F“ vorgehen zu können. Deshalb empfehle ich, in eigener Sache, die Ideen anderer gleich mehrere Schritte weiterzudenken. Insbesondere in die Richtung, ob, in welcher Form und in welchem Ausmaß prognostizierende Entwicklungen für die eigene Idee relevant sind.

Klar werden neue Technologien, die Digitalisierung, der Klimawandel, die geopolitischen Krisen oder die Inflation irgendwie auch das eigene Geschäftsmodell beeinflussen. Nur wie? Bin ich direkt betroffen, betrifft es meine Branche, meine Zielgruppen, die politischen Rahmenbedingungen oder etwas ganz anderes? Und ist es am Beispiel Digitalisierung die Digitalisierung als Ganzes, oder sind davon bloß KI oder Big Data, der Datenschutz, neue Hardware oder doch nur die höheren Preise der großen Vertriebsplattformen? Ab wann wird sich das Business selbst tragen, wird es dann noch einen ausreichend großen Markt geben und wird dieser nicht von anderen derart dominiert sein, dass meine Erfolgschancen schwinden? Diese und jede Menge anderer Fragen, auf den Punkt gebracht, sollten Sie beantworten können, wenn Sie Ihre Idee gedanklich in eine Zeit transferieren, zu der Sie nicht mehr wissen als das, was andere Ihnen erzählen. Es kann also entscheidend sein, ein gutes Gespür für künftige Markt- und Umfeldbedingungen zu entwickeln, in denen Sie sich selbst, Ihr Unternehmen, Ihre Zielgruppen und Bezugspersonen verorten wollen. Die BUSINESS NOVELLE Master Edition hilft Ihnen dabei methodisch und mit ausgewählten Beispielen. Kommende Ausgaben von BUSINESS NOVELLEN gehen dann tiefer ins Detail.

Leseprobe „Zu Ende gedacht“

Dieses Kapitel in der BUSINESS NOVELLE Master Edition widmet sich dem größten Spaß in der Prognosearbeit: dem Ziehen von Schlüssen. Und zwar weit über jenes Maß an Erkenntnissen hinaus, das wir aus der Trendforschung und den Medien kennen. Für uns alle geht es ab diesem Zeitpunkt der Planung darum, relevante Szenarien für die eigenen Visionen zu entwerfen und nicht nur verallgemeinernden Deutungen der Zukunft anderer zu folgen. Dabei liegen für mich unter anderem die wieder steigenden Erfolgschancen für kleinere Unternehmen in ausgewählten Nischen und neuen Innovationsfeldern im Fokus. Quasi als weiter gedachte Entwicklungen aus der aktuell sehr dominant geführten Diskussion um Digitalisierung, Klimaschutz, Fachkräftemangel & Co.

Meta-Trend Kleinteiligkeit

Als zentrale Erkenntnis aus der Arbeit an den Hypothesen für neue Rahmenbedingungen künftigen Wirtschaftens drängt sich bei mir ein möglicher Meta-Trend vehement in den Vordergrund: die Fragmentierung einzelner Märkte1). Nicht als Gegen-, sondern als ergänzende Entwicklung zur vielfach beobachteten Konzentration der Kräfte in der Welt der Wirtschaft. Glauben heute viele daran, dass die großen Technologie-Konzerne und Investmentfonds weiter an Macht und Einfluss gewinnen, machen sich erste alternative Bewegungen bemerkbar. Regionalität, Nischen, analoge Schwerpunkte bzw. „Opting Out“ und selektive Innovation stehen der zunehmenden Monopolisierung der Welt schon heute als nennenswerte Kraft gegenüber. Damit ist nicht gemeint, dass Hochtechnologie und smarte Lösungen keinen Platz mehr hätten in der neuen Kleinteiligkeit der Märkte. Ganz im Gegenteil: Die Innovationskraft der Multis wird uns noch zu vielem ermächtigen, was uns ohne nützliche Technik auf ewig verwehrt bleiben würde. Es geht nur darum, auch einem Verlust von Optionen zur individuellen Lebensführung und in weiterer Folge von Selbstbestimmung vorzubeugen. Es gibt per se keine „Volksbedürfnisse“ und „Einheitswünsche“, wie uns viele glauben machen wollen. Es mehren sich jedoch die Versuche, die individuellen Bedarfe der Menschen gleichzuschalten. Und genau dagegen helfen fragmentierte Märkte und eine gewisse Kleinteiligkeit der Bedürfnisbefriedigung. Das ist im Sinne der Menschen und all jener Unternehmen, die im Kampf um die Gestaltungshoheit der Märkte gnadenlos unterliegen würden. Deshalb spinne ich diesen Ansatz auch in den folgenden Beispielen für „zu Ende gedachte“ Trends weiter.

Nachfolgend beschriebene Transformationsräume der Wirtschaft sind eng miteinander verwoben. Teilweise bauen sie aufeinander auf, teilweise ergänzen sie einander und teilweise zeigen sie mehrere mögliche Herangehensweisen an ein und dieselbe Themenstellung. So müssen die „analogen Korridore“ und die „digitale Selbstbestimmung“ nicht zwingend miteinander konkurrieren. Ebenso wie die Selbstständigen-Szene als Geburtsstation für analoge und digitale Geschäftsmodelle wirken wird und gleichzeitig aus beiden Welten mit Tools und Marktpotenzialen versorgt wird. Dass mit der GenO2), also der Generation der individuell genutzten Optionen-Vielfalt, auch ein utopistisches Gedankenspiel folgt, das aus allen vorangegangenen Ausführungen gespeist wird, zeigt dabei die mögliche Bandbreite, durchdachte Entwicklungen zu plausiblen Markt-Szenarien zu verdichten. Es ist jedoch nur eine mögliche Beschreibung des genau gleichen Bildes, das viele andere auch sehen, jedoch anders wahrnehmen.

1) Siehe „Hypothesen-Pool“ | „Fragmentierte Märkte“

2) GenO ist ein von mir kreierter Ausdruck. Er folgt der Hypothese, dass Post-Boomer-Generationen offener für agile, spontane Lebensmodelle sein werden: „Die Jungen gehen eigene Wege!“

 

 

Salzburg, 6|2023 – Gerd

Hinweis

„ZWEITE MEINUNG | Die Welt von morgen als Basis einer visionsorientierten Businessplanung“ ist der erste Titel einer ganzen Buch-Reihe mit dem Namen „BUSINESS NOVELLE“. Es ist sowohl eine „Master Edition“ künftiger Ausgaben als auch ein Workbook für Planer*innen und ein Blickwinkel auf künftige wirtschaftliche Planungsgrundlagen aus der Ebene der betroffenen Bevölkerung.

Linktipp

Landingpage für das Projekt-Duo BUSINESS NOVELLE und SOKO Zukunft: https://www.business-novelle.eu/ »

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